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Einsatz und AusbildungEinsatz und Ausbildung

Einsatz und Ausbildung

Flächensuche

Bei der Fächensuche sucht das Team in unwegsamen Gelände oder in großen Waldflächen nach vermissten Personen und versorgt diese medizinisch (Erste Hilfe).

Die Hunde werden dabei so ausgebildet, dass sie ein Gelände auf menschliche Witterung hin durchstöbern. Der Hund hat dabei 3 Einsatzvarianten: 

  1. Beim Verbellen bellt der Rettungshund so lange bei der gefundenen Person, bis sein Führer bei ihm ist und die entsprechenden Hilfsmaßnahmen durchführt.
  2. Beim Bringseln nimmt der Hund an der gefundenen Person ein so genanntes Bringsel auf, läuft zu seinem Hundeführer zurück und führt diesen sofort an der Leine zu der Person.
  3. Beim Freiverweisen hat der Hund kein Bringsel, sondern führt seinen Hundeführer durch Pendeln zwischen Opfer und Hundeführer an. 

Typische Einsätze

  • Suche nach weggelaufenen Kindern 
  • Suche nach verwirrten Menschen 
  • Suche nach Menschen die abhängig von Medikamenten sein können, z.B. Insulin
  • Suche nach verletzten Menschen mit Schock-Symptomatik, z.B. nach einem Unfall

Trümmersuche

Die Arbeit als Trümmerhund zählt zu den schwierigsten Formen der Rettungshundearbeit. Der Katastrophenhund muss die menschliche Witterung aus einer Vielzahl anderer Gerüche herausfiltern und Opfer auffinden, die unter meterdicken Trümmern begraben sein können. Der Hund zeigt dann seinen Fund durch verbellen oder scharren an.

Typische Einsätze

  • Einsätze nach Gebäudeeinstürzen, z.B. Gasexplosionen oder Einsturz alter Bauten, bei denen man nicht ausschliessen kann, dass sich Personen dort aufhielten
  • Einsätze in Erdbebengebieten 
  • Suche nach Lawinenopfern 

Mantrailer oder Personenspürhund

Ein Mantrailer ist ein Hund, welcher die individuelle Spur eines Menschen verfolgen kann. Hierbei ist es egal, ob die Person durch Feld, Wald oder Wiese oder über einen belebten Platz oder quer durch eine Stadt gegangen ist. Der Mantrailer sucht dabei an einer langen Leine im Geschirr. Das wichtigste für einen erfolgreichen Mantrailing-Einsatz ist ein guter Geruchsartikel.

Mantrailer und Flächensuchhund sind sich ergänzende Einsatzmittel. Die Kunst des Mantrailens ist die Geruchsunterscheidung, d.h. das Herausfiltern einer bestimmten individuellen Spur aus zahlreichen anderen, auch frischeren Spuren. Ein Mantrailer kann eine Spur auch durch eine Einkaufsmeile verfolgen, wo zahlreiche Leute hin- und herlaufen. Dieses zu leisten, ist der Hund vom Prinzip her fähig, trotzdem will es geübt sein. 

Ein Mensch verliert ca. 40000 Hautschüppchen pro Minute, die aufgewirbelt und verstreut werden. Die Schüppchen aus Hautzellen mit Anhaftungen von Ausdünstungen, Schweiss, Blut, Kosmetik oder Bekleidung machen den Individualgeruch der zu suchenden Person aus. Getragene Kleidung, insbesondere solche die direkt am Körper getragen wurde, werden beim Mantrailing als Geruchsträger verwendet. Aber auch Autositze und persönliche Gegenstände tragen einen einzigartigen Geruch. Eine verletzte Person verliert darüber hinaus Blut. Durch Bakterien werden diese Partikel zersetzt, aus all dem entsteht dann der Geruch, dem der Rettungshund folgt. Die Haltbarkeit der Duftspur unterliegt vielen Faktoren, wie zum Beispiel der Witterung. 

Gehorsam und Gewandtheit bzw. Gerätearbeit sind wichtige Elemente der Ausbildung und gehören fest zur Rettungshundearbeit.

Gehorsam

Noch nie war ein erzogener Hund so wichtig wie heute. Ein Weg für Mensch und Hund, ein eingespieltes Team zu werden, führt über die so genannte Unterordnung. Damit ist kein Kadavergehorsam gemeint, sondern eine Disziplin in der Hundeausbildung. Der Weg zur Unterordnung führt fern von Gebrüll und hartem Zwang, durch Motivation, klare Körpersprache, Sicht- und Hörzeichen und Konsequenz stressfrei zu einem harmonischen Team.

Unter Gehorsam versteht man, dass der Rettungshund in jeder Lage zuverlässig in der Hand seines Hundeführers steht. Dies lernt der Rettungshund während seiner Ausbildung, indem er in mehreren Segmenten der Unterordnungsarbeit ausgebildet wird, wie dies auch im Rahmen der Ausbildung zum verkehrssicheren Begleithund, oder einer sportlich orientierten Hundeausbildung in einem Hundeverein der Fall ist.

Jedoch hat die Gehorsamsarbeit für uns einen deutlich anderen Hintergrund. Im Vergleich zur Sporthundeausbildung geht es bei uns nicht um das Verlieren von Punkten, wenn sich beispielsweise ein Hund nicht auf Kommando sofort hinlegt, oder zum Stehen kommt. 

Wenn ein Rettungshund an einem Gefahrenpunkt, den möglicherweise nur sein Hundeführer ausmachen kann, nicht sofort und zuverlässig auf Hörzeichen, oder Sichtzeichen reagiert, kann dies unter Umständen zu lebensgefährlichen Situationen führen. 

Gewandtheit

Unter Gewandtheit versteht man, dass sich ein Rettungshund auf verschiedenartigem Untergrund, der möglicherweise auch instabil ist, ruhig fortbewegt und Hindernisse eigenständig bewältigt.

Die Geräte, die im Rahmen der Ausbildung in Gewandtheit zum Einsatz kommen, ähneln denen der sportlichen Ausbildung sehr stark. Trainiert werden unsere Hunde auf Wippen, Fassbrücken, Schwebebalken, Leitern, Baugerüsten, Gitterrosten, Hängebrücken und vielen anderen Dingen, die für den Hund eine kleine, oder große Herausforderung darstellen. Ziel ist hier nicht Schnelligkeit, sondern ein ruhiges und trittsicheres Begehen, oder Überqueren der Hindernisse. Die Arbeit auf den Geräten wird im Laufe der Ausbildung auf tatsächliche Trümmerkegel, die zu Übungszwecken dienen, übertragen. 

Der gut ausgebildete Rettungshund lässt sich auf Distanz durch Hörzeichen und Sichtzeichen auf einem Trümmerkegel lenken. Ebenso trainieren wir mit Störgeräuschen, wie laufenden Motoren, Knall, offenem Feuer und Rauch.

Rettungshunde-Schusstoleranz

Rettungshunde sollen sich unbeeindruckt gegenüber Feuer, Rauch, lästigen Gerüchen oder Geräuschen zeigen. Schusstoleranz beim Rettungshund ist ein wichtiges Verhaltensmerkmal. Von Rettungshunden wird eine Begleithundeprüfung erwartet, in dieser werden bei der Freifolge zwei Schüsse abgegeben. 

In der Praxis werden Schussgeräte im Holz und Stahlbau eingesetzt. 

Schnelle Nothilfe und Wiederaufbau: Besonders in Trümmerlagen nach Erdbeben und/oder Gebäude-Einstürzen macht es sich erforderlich, sehr schnell Hilfskonstruktionen zum Abstützen von Trümmerteilen zu bauen. Mit Schussgeräten arbeitet man sehr schnell, nahezu rückstoßfrei und ohne Strom oder Druckluft. 

Rettungshunde müssen in der Lage sein, neben solchen Störgeräuschen Ihren Job zu machen. 

Rettungshunde-Eignung

Ob ein Hund zur Ausbildung zum Rettungshund bei einer Hilfsorganisation, wie dem DRK, geeignet ist, lässt sich durch eine entsprechende Eignungsprüfung herausfinden.

In unserem DRK-Kreisverband Weimar haben wir drei ausgebildete und zugelassene Bewerter.

Haben Sie Interesse? Sprechen Sie uns an!          

Telefon: 03643 86 02-300

Realeinsätze zur Suche nach vermissten Menschen

Unsere Rettungshundeführer werden in Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei und Rettungshundepool regelmässig und oft zu Sucheinsätzen angefordert. Wenngleich es eine gute Möglichkeit wäre, sich durch die Darstellung von Rettungseinsätzen zu profilieren und Einsatzberichte hier darzustellen, haben wir als Staffel beschlossen, keinerlei Einsatzberichte öffentlich zu machen. Wir zollen hiermit den Betroffenen und deren Angehörigen den nötigen Respekt. Pietät und Verschwiegenheit sind uns hier oberstes Gebot. Die Würde eines betroffenen Menschen hat Vorrang.